Recyceltes Polyester

Recyceltes Polyester?

Es ist nicht wegzuleugnen: Recyceltes Polyester hat Vor- und Nachteile ebenso wie Kritiker und auch Befürworter. Die Umweltidee dahinter liegt auf der Hand: Recyceltes Polyester, um genau zu sein recyceltes Polyethylenterephthalat oder kurz rPET, hat einen geringere CO₂ Bilanz als neu hergestelltes PET. Zudem landet recyceltes Plastik nicht auf der Mülldeponie und wird auch nicht zur Gefahr für Mensch und Tier. Trotzdem ist Kleidung aus rPET nicht der Weisheit letzter Schluss auf dem Weg zu einer Mode ohne Konsequenzen aber ein guter Schritt.

rPET ist besser für die Umwelt

Polyester, das typischerweise aus Inhaltsstoffen auf Erdölbasis gewonnen wird, macht mehr als 65% der in der Textil- und Bekleidungsindustrie verwendeten Fasern aus. Ersetzt man diese Fasern direkt mit rPET entlastet man die schwindenden endlichen Ressourcen.Die Herstellung von rPET ist auch weniger umweltschädlich. Eine österreichische Lebenszyklusanalyse von 2017[1] ergab, dass die Herstellung von rPET 79% weniger Kohlenstoffemissionen verursacht als die Herstellung seines nagelneuen Gegenstücks.besser: Durch die Umwandlung unerwünschter Flaschen in Fleecejacken oder Badeanzüge wird Plastikmüll reduziert, der die Wasserstraßen und Mülldeponien verstopft. Um die Transparenz zu fördern, können Hersteller rPET entlang der Wertschöpfungskette von der Flaschensammlung bis zur Lieferung des fertigen Produkts kennzeichnen.

rPET löst nicht das Mikroplastik Problem

Egal ob natürlich oder nicht – jedes Textili verliert sich in der Wäsche.

Was sich jedoch aus synthetischen Materialien wie Polyester ablöst, verbleibt in der Umwelt und zersetzen sich nicht. Da diese kleinen Fasern weniger als 5 Millimeter lang sind, rutschen die meisten an Kläranlagenfiltern vorbei und gelangen in Seen, Flüsse und Ozeane, wo sie von Meereslebewesen als Nahrung verwechselt werden können. Laut einer EU-Studie spülen allein Europas Waschmaschinen jährlich 30.000 Tonnen Synthetikfasern ins Abwasser.[2]

Laut einer Studie der britischen Plymouth Universität können bei einer durchschnittlichen Wäsche mit synthetischen Textilien bei 30 bzw. 40°C rund 138.000 Fasern aus Polyester-Baumwoll-Mischgeweben ans Wasser abgegeben werden. Bei einer Wäsche mit Textilien aus reinem Polyester können es schon rund 496.000 Fasern sein und beim Waschen von Acryl-Geweben lösen sich sogar bis zu 730.000 Fasern. Bei der Zugabe von Weichspülern kommt es tendenziell zu mehr gelösten Fasern. Von den 300 Tonnen Mikroplastik, die 2018 alleine durch Wäsche/Reinigung im Abwasser gelandet sind, gelangen etwa 4,5 Tonnen nach Abwasserbehandlung in der Umwelt. Bisher wird davon ausgegangen, dass über 95 Prozent des Mikroplastiks in Deutschland in den Kläranlagen im Klärschlamm gebunden und der Klärschlamm anschließend zu circa 70 Prozent verbrannt wird. Der Rest des Klärschlamms wird landwirtschaftlich genutzt oder anderweitig verwertet.[3]

Wer zusätzlich helfen möchte Mikroplastik aus der Waschmaschine zu vermeiden, der kann einen speziellen Wäschebeutel benutzen, der das Mikroplastik sozusagen auffängt.

rPET hat Grenzen

Kunststoffflaschen werden eher mechanisch als chemisch recycelt, was bedeutet, dass sie in Flocken zerhackt, eingeschmolzen und dann durch Spinndüsen extrudiert werden, um Garn zum Stricken oder Weben zu Textilien herzustellen.
Das Problem? Auf diese Weise hergestelltes rPET kann nicht ein zweites Mal mechanisch recycelt werden, geschweige denn mehrmals, ohne dass die Qualität der Fasern, die zunehmend kürzer und schwächer werden, stark abnimmt.

Warum rPET in unserer Kollektion?

Ja, wir benutzen rPET, weil es unumstritten besser für die Umwelt ist als neu hergestelltes PET. Wir benutzen es außerdem, weil wir an Recycling glauben und so wenig wie möglich neuen Müll produzieren wollen.

Wir versuchen dennoch, den Anteil an rPET niedrig zu halten, denn natürliche Fasern haben immer den Vorzug.


[1] https://www.alpla.com/en/pressrelease/2017/08/study-confirms-excellent-carbon-footprint-recycled-pet

[2]https://ec.europa.eu/environment/life/project/Projects/index.cfm?fuseaction=search.dspPage&n_proj_id=4973&docType=pdf

[3] Statistisches Bundesamt https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/link/tabelleErgebnis/32214-0001

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